Wie oft hast du in einer Arztpraxis angerufen – und es wurde aufgelegt?

LinkedIn Post: Meine Erfahrung als Patientin – und was durchaus verbessert werden kann – ohne großen Aufwand.

Genau das ist mir vor Kurzem passiert:
Vermutlich eine neue Fachkraft in der Praxis in die ich nun schon seit Jahren gehe. Aufgelegt, auch beim 2.Versuch, obwohl ich höflich auf Ungarisch(!) fragte, ob jemand Englisch spricht.

Ein anderes Erlebnis vor einigen Monaten:
Ich stand am Empfang einer Praxis mit einer Anfrage und wurde von vier(!) Mitarbeitenden gleichzeitig ignoriert – Achselzucken und mir den Rücken wortwörtlich zugedreht. Keine Unterstützung!
Ich war so geschockt, und auch ich wusste in dem Moment nicht wie reagieren und habe mit Tränen in den Augen die Praxis verlassen.
Noch heute läuft mir bei dem Gedanken ein Schauer über den Rücken. Ein absoluter Down-Side Moment meines Expat-Daseins, da ich mich in diesem Moment hilflos und nicht mehr sicher gefühlt habe. Zum Glück war ich nicht ernsthaft krank.

Worum geht es wirklich

❓ Erzähle ich das, weil ich damit „Ungarn“ kritisieren möchte? – Nein!
Solche Situationen können überall passieren. Ich habe Ähnliches auch in USA erlebt, und viele internationale Patient*innen können sicher vergleichbares auch aus Deutschland berichten.

Worum geht es also wirklich?
Erklärungen könnte es einige geben, vor allem der sprachliche Aspekt. Natürlich kann ich nicht erwarten, dass jede*r meine Sprache(n) spricht.
▶️ Doch der Umgang damit kann definitiv ein anderer sein – professioneller und respektvoller!

💚 Gerade im Gesundheitswesen sind kommunikative Kompetenzen keine Nebensache. Es geht um Unsicherheiten auffangen und Vertrauen bilden – denn im schlimmsten Fall hält es Menschen ab, notwendige medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

📌 Die Ursache liegt selten in böser Absicht.
Häufig fehlt schlicht die Schulung im Umgang mit internationalen Patient*innen. Interkulturelle Kompetenz, Deeskalation, Empathie unter Stress – all das wird in Ausbildungen noch immer zu wenig vermittelt.

🔎 Ich habe selbst viele Jahre in Praxen gearbeitet und rückblickend weiß ich: Auch mir fehlte damals das Bewusstsein für manche interkulturelle Situationen.
🤕 Heute – als ausländische Patientin – erlebe ich die andere Perspektive und wünschte mir, mehr auf Verständnis zu stoßen.

Walk in my shoes

💡 „Walk in my shoes.“ – Genau deshalb arbeite ich in meinen Workshops mit Reflexion und Simulationen.
Ich schaffe Räume, in denen die Fachkräfte einen Perspektivwechsel erleben, eigene Muster erkennen und konkrete Handlungssicherheit entwickeln.

Denn im Gesundheitswesen sind Soft Skills nicht nur „Nice-to-have“ sondern
▪️ Qualitätsfaktor
▪️ Sicherheitsfaktor
▪️ Im Ernstfall Lebensretter

Erzähl mir, hast du schon einmal ähnliche Erfahrungen gemacht?

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