𝗜𝗰𝗵 𝗯𝗶𝗻 „𝗻𝘂𝗿“ 𝗘𝘅𝗽𝗮𝘁 𝗶𝗻 𝗨𝗻𝗴𝗮𝗿𝗻 – und trotzdem hat mich das Wahlergebnis vom letzten Sonntag auch persönlich tief bewegt.
Ich habe mitgefiebert, mitgehofft und mich gemeinsam mit Tausenden von Menschen über dieses historische Ergebnis gefreut.
Diese Erleichterung, diese Energie, diese Stimmung in Budapest – sie war förmlich greifbar und absolut ansteckend! 🎉 💚
Ein Expat ist Gast – aber auch dort Zuhause
📌 Als Expat lebt man oft in einer besonderen Position:
Man ist auf Zeit im Land, lebt häufig privilegiert und ist nicht in allen Bereichen unmittelbar vom System betroffen. Man hat klar den Luxus, manches ausblenden zu können. Man ist Gast in einem Land und versucht, sich auch mit Kritik zurückzuhalten – was mir zugegebenermaßen nicht immer leicht fällt. 😉
📌 Darin liegt ein innerer Konflikt:
Ich habe das Land lieben gelernt, ihre Kultur und freue mich über wunderbare Menschen, die ich kennenlernen durfte, und lebe unglaublich gerne in Budapest – eine der schönsten Städte der Welt. Und dennoch fiel es mir manchmal schwer, dies laut auszusprechen…
➡️ Nicht wegen des Landes – sondern wegen der Politik.
Diese anti-europäische Propaganda, die u.a. auf Plakaten an jeder Ecke sichtbar war, stand im starken Widerspruch zu meinen eigenen Werten als überzeugte Europäerin – wie selbstverständlich bei vielen anderen Ungar:innen auch.
Dazu kommt dieses Gefühl von Machtlosigkeit: in einem Land zu leben – und doch keine Stimme zu haben.
❓ Vielleicht erkennen sich manche anderen Expats darin wieder? …und es gibt definitiv Länder mit größeren Herausforderungen.
Widersprüche aushalten – die Ambiguitätstolerenz
‼️ Genau hier zeigt sich die Ambiguitätstolerenz , die Expats entwickeln „müssen“: dieses Spannungsfeld zwischen Liebe und kritischer Distanz. Denn es ist eben nicht immer ein „Entweder-oder“, sondern öfter ein „Sowohl-als-auch“….
✅ Die Wertschätzung für ein Land aufrechtzuerhalten, während man gleichzeitig innere Wertekonflikte aushält – aus meiner Sicht ein Thema, bereits in der Expat-Vorbereitung ein stärkeres Bewusstsein dafür zu schaffen.
Denn ja, Expats sind Gäste – doch zumindest für mich verbleibt jedes Mal ein Teil meines Herzens in jedem Land – weshalb mir die Ereignisse dort niemals egal sein können! (mit Grüßen auch nach Mexiko & USA)
✨ Und am Sonntag hat sich eine Mehrzahl der Menschen in Ungarn zu Europa und ihren Werten bekannt – gerade in der heutigen Zeit ein starkes und wichtiges Zeichen. Ich wünsche daher von Herzen dem ungarischen Volk, dass ihre Hoffnungen Bestand haben und sich erfüllen!
🔆 Und ich freue mich darüber, mit größerer Überzeugung sagen zu können: Ich lebe sehr gerne in Ungarn! 💚
❓ Wer von euch, die im Ausland leben oder gelebt haben, kennt dieses Gefühl zwischen Zugehörigkeit, Distanz und innerem Konflikt?
Hier gehts zum Post