2060 werde ich ggf. 80 Jahre alt…

LinkedIn Post | Eventinfo: Mehr über die Situation in der Pflege am Dienstag, 08.09. um 12 Uhr

2060 werde ich ggf. 80 Jahre alt – statistisch gesehen stehen meine Chancen gut, das Alter zu erreichen – doch es macht mir eher Angst!

Meine Oma wird heute 97 Jahre alt und lebt seit 5 Jahren im Altenheim. In einem schönen, auf dem Dorf, mit wunderschönem Blick auf dem Fenster in die Natur – Klingt romantisch!

Seit 5 Jahren höre ich aber auch zu:

Wie einsam es ist, wie man eigentlich gar nicht so alt sein möchte und dass auch die PflegerInnen kaum Zeit haben, um z. B. regelmäßig nach draußen zu gehen. Wer es alleine nicht mehr kann, hat es schwer …und kein Vorwurf, meine Oma hat wahrlich keine hohen Ansprüche.

Die Situation in der Pflege

Bei meinen Besuchen sehe ich mit eigenen Augen die Situation in der Pflege. Eine herausfordernde Arbeit, die selbst mir in dem Ausmaß nicht immer ganz bewusst war. Das war ja schließlich immer weit weg…
Auch dieses Haus ist stets unterbesetzt, und man muss nur die Augen aufmachen: ohne internationale Fachkräfte nicht einmal denkbar.
Für Vorträge & Workshops recherchiere ich die Zahlen immer wieder nach – weil ich es selbst immer wieder kaum glauben kann. Aber das Ergebnis bleibt dasselbe:

Aktuell sind rund 1,76 Mio. in der Alten- und Krankenpflege beschäftigt – bis ca. 2036 werden voraussichtlich rund 389.000 Pflegekräfte (Babyboomer) aus Altersgründen ausscheiden

Bis Mitte 2050 wird sich die Zahl der Pflegebedürftigen (ambulante, teilstationäre oder stationäre Pflege) von aktuell 1,9 Mio. auf geschätzt 2,7 Mio. erhöhen – und die Zahl der Hochaltrigen (>80 J.) nimmt stetig zu… – das erhöht nach aktuellen Hochrechnungen den Bedarf an Pflegekräften um 33 %

Sprich, wenn sich die Lage „ungünstig“ weiterentwickelt, werden bis 2049 rund 690.000 Pflegekräfte in Deutschland fehlen!

Und ich spreche aktuell nur von den Pflegekräften – nicht berücksichtigt sind Ärzte, Hebammen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten etc. – oder was ist mit Küchenpersonal, Reinigungskräften, welche die Infrastruktur am Laufen halten? Dann wird es noch beängstigender.

Ist jedem das Ausmaß klar?

Auch wenn häufig in den Medien mitgeteilt, bin ich mir nicht sicher, ob allen bewusst ist, was das wirklich bedeutet.
Eine Zahl, die so nicht greifbar erscheint – es ist ja schließlich noch weit weg – und doch steigt bei mir die Sorge, wer dann meinen Rollstuhl schieben wird?


Daher muss ich keine Mathematikerin sein – ein gesunder Menschenverstand reicht aus zu wissen, dass wir Unterstützung von internationalen Fachkräften benötigen.
Bereits heute haben rund 20 % eine ausländische Staatsangehörigkeit, mehr noch Migrationshintergrund – und leider auch viel Diskriminierungserfahrungen.

Daher für Sonntag:
Wer wählen darf, sollte genau darauf schauen, welche Gesinnung er mit diesem Blick in die Zukunft unterstützt (nein zur AFD!)

Für Dienstag:
Wir sollen schauen, wie wir Onboarding Prozesse optimieren für ein gutes Miteinander. Und darüber werde ich mit Stephanie Christ am Dienstag, 09.09. um 12 Uhr sprechen. Seid dabei, wir freuen uns!

Lunch Talk mit Stephanie

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