„Mir war gar nicht richtig bewusst, dass ich eine Führungskraft bin“

LinkedIn Post: Eine Reflexion, wer als eine „wirkliche“ Führungskraft in unserer Gesellschaft gilt

Diesen Satz hörte ich letzte Woche in der Feedbackrunde eines Workshops für Praxisanleitende. Es ging um Führung und Kommunikation von kulturell diversen Teams im Gesundheitswesen.
Für den Teilnehmer war es sichtlich ein Aha-Moment – und ehrlich gesagt hat mich sein Kommentar ebenfalls überrascht und nachdenklich gemacht.

❓Woher kommt dieses Selbstbild?

Könnte es sein, dass das gesellschaftliche Bild von Führung oft geprägt von Business-Dress, einer offiziellen Ernennung und disziplinarischer Personalverantwortung ist? Aber ist das wirklich alles?

PAL´s werden häufig mit ihrer Rolle zusätzlich betraut und sie

  • geben Orientierung und Anweisungen,
  • vermitteln Wissen und Kompetenzen,
  • begleiten und motivieren Auszubildende sowie neue Mitarbeitende,
  • lösen Konflikte,
  • geben Feedback und beurteilen Leistungen.

✅ Klingt eindeutig nach großer organisatorischer & fachlicher – aber vor allem nach ganz viel Verantwortung mit großem Einfluss auf Menschen, ihre Entwicklung und die Qualität der Zusammenarbeit.

❗ Auf Station, in Projektteams – überall wird geführt, oft ganz ohne offizielle Ernennung. Ist das weniger „wert“?

Auch ich kenne diesen Gedanken nur zu gut…

Mein Umfeld z.B. war schon immer geprägt vom Konzernkontext, dort sind Beförderungen eng mit Status, Titel und disziplinarischer Verantwortung verbunden.
🫣Deshalb konnte ich den Satz aus dem Workshop irgendwie auch gut nachvollziehen:
Auch ich habe meine eigenen Führungsrollen lange nicht wirklich als solche anerkannt, weil ich ja nicht offiziell „ernannt“ wurde. Dabei stehen einige davon klar in meinem Werdegang – von der Praxisleitung über die Geschäftsführung in der Gastro bis zur eigenverantwortlichen Projektleitung. Führung war dabei immer zentral, mit allen Höhen und Tiefen die dazugehören.

Vermutlich ging es meinem Teilnehmer ähnlich:
Die Rolle wurde ihm übertragen – ohne große Zeremonie. Und es war schön zu sehen, wie er gestärkt und motiviert aus dem Workshop gegangen ist – und freue mich Teil davon gewesen zu sein. 🙃

Daher der Gedanke:
Machen wir den Begriff Führung zu häufig an einem Titel & Ernennungen fest und zu selten an dem tatsächlichen Verhalten? Beginnt sie nicht dort, wo Menschen Verantwortung für andere übernehmen?

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